Tag 1: Immigration

Nach einem kleinen Abstecher über Helsinki (Finnair ist zu dieser Jahreszeit die günstigste Airline, die Nagoya und Frankfurt anfliegt) lande ich schließlich morgens gegen halb 10 in Nagoya. Nachdem der Beamte bei der Einreisekontrolle meinen Pass kontrolliert hat, stellt er mir die „Residence Card“ aus. Damit bin ich offiziell in Japan eingewandert. Der erste Schritt einer langen (langen!) Reihe von Einreiseformalitäten ist getan!

 

29.1.16 11:11, kommentieren

Werbung


Tag 0: Der Anschlag

Die Reise beginnt – wie es einem ausgebildeten Chemiker gebührt – mit einem Sprengstofffund in meinem Reisegepäck. Der wäre angeblich an meinem E-Reader zu finden, wie bei einer Stichprobe herausgefunden wurde. Das wird mir freilich nicht von dem freundlichen Menschen im Anzug mitgeteilt, der den Test durchgeführt hat, sondern vom dem mich um anderthalb Köpfe überragenden Mann mit der Maschinenpistole, der sich von einem stillen Signal alarmiert angeschlichen hat. Er mustert mich kritisch. Vermutlich wägt er noch ab, wie groß die Bedrohung ist, die von mir ausgeht. Sein Kollege zieht aus meinem Rucksack ein Beutel mit zwei Brötchen (gebuttert und mit Fleischwurst, Anm. d. Verf.), einen Beutel mit 12 Kräppeln, ein kleines Päckchen mit Brückentrüffeln, einen Apfel, sowie ausgewählte Bestandteile einer Mini-Celebrations-Mischung. Wiewohl er sich sichtlich mit jedem Beutel weiter entspannt, guckt er mich doch schließlich etwas fragend an. „Der Flug dauert 16 Stunden.“, bringe ich zu meiner Verteidigung hervor.

Er fragt mich, was ich beruflich mache. „Chemiker“, sage ich und habe wieder seine ungeteilte Aufmerksamkeit. „Auf dem Weg zum neuen Job in Japan.“ Da wäre HMX an meinem Kindle, sagt er. Professionelle Neugier lässt mich fragen, was sich denn hinter der Abkürzung wohl verberge. Auf die Frage war er nicht vorbereitet, zieht aber nach kurzem Überlegen einen Block hervor, blättert ein paar Seiten. „Oktogen.“, sagt er. Das sagt mir zwar spontan noch nicht viel mehr, doch ich behalte es im Hinterkopf für spätere Nachforschungen.  „Hab ich noch nie mit gearbeitet.“, antworte ich daher. Womit ich denn so umgehen würde bei der Arbeit, will er dann wissen. Ich hole aus: „Hauptsächlich Tellur-Verbindungen mit Germanium und Antimon, die man einsetzt für..“. Weiter komme ich nicht. Der Mann mit der Maschinenpistole gibt mir zu verstehen, dass er an weiteren Einzelheiten gar nicht interessiert ist. Schade eigentlich. Am Ende können wir uns darauf einigen, dass es sich wohl doch um einen Fehlalarm gehandelt haben musste. Nach der kleinen Verzögerung komme ich gerade noch rechtzeitig am Gate an. Das Abenteuer kann beginnen!

28.1.16 10:10, kommentieren